Mittwoch, 30. September 2009

Da haben wirs: Spätestens in der Ehe kehrt sich das um und die Frau will den Mann wieder als Freund, Versorger und Versteher, aber selten als Lover. Sagt ein Mann. Dabei war von Ehe noch gar nicht die Rede. Der Mann irrt: es ist umgekehrt. Mit Ringlein am Finger mutiert die Eroberung. In den Augen des Eroberers. Was er hat, will er wie ein schönes Sammlerstück hüten. Es soll sich versorgen lassen, es soll in guten wie in schlechten Zeiten verständnisvoll sein. Soll da sein. Und bestimmte Bedürfnisse abdecken. Dazu gehört nicht das Bedürfnis, immer wieder zu erobern. Aber das führt zu weit. Sonst mache ich hier noch "Realtionship Rescue" von Philipp C. McGraw Konkurrenz. Auch so ein Thema: Anstatt auf den eigenen Bauch zu hören, a-seven-step-strategy-for-reconnecting-with-your-partner. Liebe und Strategie? Oder sogar Sex und Strategie? Affären, die werden strategisch geplant. Eine lebenslange Liebe nicht. Das macht Peng oder gar nicht. Und überdauert Höhen und Tiefen oder ersäuft. 


Dienstag, 29. September 2009

„Lass uns Freunde bleiben“. Hallo? Genau so gut hätte Daniel mir eröffnen können, dass er ab sofort nur noch Birkenstock trägt, den alten MG verkauft und seine Designer-Anzüge verschenkt. Das hätte ungefähr genau das gleiche falsche Bild ergeben, dass ich mir eigentlich von ihm erträumt habe. Ist es denn so, dass wir Frauen das vergöttern, was wir sehen wollen? Wie soll der Typ, mit dem ich den heissesten Sex meines Lebens hatte und der mich jetzt - nota bene ich im kleinen Schwarzen! - einfach hocken lässt wie ein Stück Dörrobst mein Freund sein? Freunde tun so etwas nicht. Freunde sagen die Wahrheit. Und in Freunde, vor allem in männliche, verliebt man sich nicht. Daniel war nicht mein Freund, bevor ich mich in ihn verknallte. Wieso will er es jetzt sein, wo er sich anscheinend entliebt hat? Mit Freunden sitze ich bis tief in die Nacht und heule mir die Augen aus über Typen wir ihn. Mit Typen wie Daniel hat man wilde Nächte, ständig zu wenig Schlaf, Magenflattern, Schmetterlinge im Bauch, und Dauerpanik, dass irgendwann der Satz kommt: „Lass uns Freunde bleiben.“ Sorry, Daniel, aber „lass uns Lover bleiben“ hätte mir besser gefallen!